Digitales Miteinander statt Einsamkeit

16.11.2021

Der AWO Bezirksverband fördert die Digitalisierung in den Begegnungsstätten

Mit dem Projekt „Gemeinsam statt einsam – auch digital!“ bringt der AWO Bezirksverband Westliches Westfalen seit diesem März Menschen verschiedener Gliederungen zusammen, ob vor Ort in den Begegnungsstätten, online oder beides gleichzeitig. Projektkoordinatorin Luisa Brachetti und der Technische Mitarbeiter Justus Poser betreuen das Projekt. Das Angebot richtet sich an Besucher*innen der verschiedenen Begegnungsstätten, sowie Ehrenamtliche und alle Interessierten. Hauptziel ist die langfristige Etablierung digitaler Angebote in den Begegnungsstätten der AWO.

Abwechslungsreich und experimentell

„Das Projekt hat einen sehr abwechslungsreichen und experimentellen Charakter“, erklärt Projektkoordinatorin Luisa Brachetti. Dementsprechend gibt es viele verschiedene Angebote: Von hybriden Bingo-Nachmittagen, bei denen Teilnehmer*innen vor Ort und online mitspielen können, bis hin zu Schulungen, bei denen der Umgang mit technischen Geräten nähergebracht wird.

Auch die audiovisuelle Dokumentation der Veranstaltungen ist ein wichtiger Aspekt des Projektes. Wer nicht teilnehmen kann – aus welchen Gründen auch immer – hat dadurch die Möglichkeit, sich im Nachgang zu informieren. Justus Poser hat dafür etwa den Stadtspaziergang durch Kirchderne mit der Kamera begleitet und dabei die Eindrücke der Teilnehmenden in kurzen Interviews festgehalten. Auch die Jahresversammlung des Ortsvereins Asseln/Husen/Kurl wurde so festgehalten. „Wir wollen unsere Veranstaltung so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen“, erklärt Luisa Brachetti.

Das Team ist mit mehr als zwanzig iPads und professionellem Videoequipment ausgestattet. Während manche Gliederungen und Teilnehmer*innen eigene Geräte besitzen, sind andere noch ohne jegliche  Berührungspunkte und können die Tablets des Teams nutzen und  ausleihen. Die Bedienung dieser fällt vielen Teilnehmer*innen unerwartet leicht und geschieht schnell intuitiv. Die große Displaytastatur hilft dabei besonders Menschen mit eingeschränkter Fingermobilität bei der erleichterten Bedienung.

„Ich möchte endlich raus aus dem [digitalen] Urwald“

Einige Teilnehmer*innen zeigen sich anfangs skeptisch gegenüber der neuen Technik. Doch mit dem Verständnis kommt die Sicherheit im Umgang und viele erkennen den Nutzen und die damit einhergehende Autonomie. Die Möglichkeit zum gegenseitigen Vernetzen bietet ebenfalls einen großen Motivationsschub. Luisa Brachetti erinnert sich gerne an den Satz einer Frau, die das Angebot im AWO Ortsverein Lengerich dankend annahm: „Ich möchte endlich raus aus dem [digitalen] Urwald“. Denn neben dem Zusammenkommen und der Unterhaltung, bietet die Digitalisierung auch nützliche Hilfestellungen im Alltag. So kann der Lebensmitteleinkauf mittlerweile ganz einfach per Mausklick im Internet geschehen. Lieferung bis an die Haustür inklusive. Aber auch viele Arztpraxen bieten seit der Corona-Pandemie ein digitales Angebot. Zur Unterstützung der Online-Termine werden im Rahmen des Projektes Helfer*innen in der Telemedizin ausgebildet. Diese begleiten den Termin am Tablet und stehen den Senior*innen mit technischem und medizinischem Know-How zur Seite. Entwickelt wurde die Schulung zusammen mit Prof. Dr. Hohenberg von der Hochschule Hamm-Lippstadt. Das Verfahren ist von den Krankenkassen zertifiziert worden.

Das Projekt läuft noch bis Februar 2022. Bis dahin sollen die Digitalisierungsangebote fest in den Gliederungen etabliert und von den Ehrenamtlichen selbst durchgeführt werden können. Ersetzen soll das digitale Angebot die Präsenzveranstaltungen allerdings nicht. „Wir wollen alle Menschen erreichen, egal aus welcher Altersgruppe, ob mobil oder immobil“, so Brachetti. Die hybriden Angebote sind Ergänzungen, die den Zugang barrierefrei ermöglichen sollen.

Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW.

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