Jede*r sechste von Armut bedroht: AWO fordert Entlastung für Familien und Rentner*innen

05.08.2022

Berlin, den 04.08. Laut Statistischem Bundesamt ist jede*r sechste Deutsche von Armut bedroht, darunter vor allem Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Rentner*innen. Dazu erklärt Brigitte Döcker, Vorstandsvorsitzende des AWO Bundesverbandes:

„Diese Zahlen sind weder neu noch überraschend. Sie bestätigen nur erneut, was Sozial- und Wohlfahrtsverbände seit Jahren anmahnen. Es ist bitter, dass vor allem diejenigen von Armut gefährdet sind, die ihr Leben lang Erwerbsarbeit geleistet haben oder derzeit Sorgearbeit für Kinder übernehmen. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Teuerungen ist es allerhöchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Denn abgesehen davon, dass wir diese Menschen nicht allein lassen dürfen, können wir uns ein solches Ausmaß als Gesellschaft schlicht nicht leisten. Die AWO-Langzeitstudie zu Kinderarmut macht immer wieder deutlich, dass Kinder aus armutsbetroffenen Familien nur schwer selbst der Armut entkommen.

Die Politik ist hier aufgefordert, endlich zu handeln. Gute, d.h. gegen Armut wirksame Projekte wie die Kindergrundsicherung und das Bürgergeld, stehen in den Startlöchern, kommen aber nicht voran. Das ist nicht nachvollziehbar. Die einkommensabhängige Kindergrundsicherung muss kommen und genauso wie ein Bürgergeld mit einer vernünftigen Höhe versehen sei muss. Denn die Regelsätze der Grundsicherung sind in ihrer derzeitigen Höhe nicht bedarfsdeckend und ermöglichen keine gesellschaftliche Teilhabe. Wir appellieren daher an die Bundesregierung, sich im Zuge der laufenden Bürgergeldreform von der Praxis willkürlicher Streichungen bei der Ermittlung der Regelsätze zu verabschieden und diese endlich deutlich nach oben anzupassen. Sozialverbände und Wissenschaft sind sich seit langem einig, dass hier schnelle Abhilfe nötig ist.“

Weitere Nachrichten

Meldung vom 01.07.2022
Aufrüsten für unsere Sicherheit: Zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts will die Regierung dafür investieren. Klingt wenig, ist aber eine Menge! Und wahrscheinlich wird zuerst dort gespart, wo es richtig weh tut: beim Sozialen. weiterlesen
Meldung vom 30.06.2022
Der Zugang zu Informationen ist für betroffene Frauen endlich erleichtert. Sie können nun sachgerechte, fachliche Informationen zum Schwangerschaftsabbruch erhalten. Auch die Suche nach geeigneten Mediziner*innen wird erleichtert. weiterlesen
Meldung vom 30.06.2022
Die Zeit der kostenlosen Bürgerstests ist (vorerst) vorbei. Ab heute gilt für die meisten Menschen: Wer sich testen lassen möchte, muss 3 Euro bezahlen. Es gebe zwar einige Personengruppen, für die ein Test weiterhin gratis sei, darunter etwa Besucher*innen und Bewohner*innen in Seniorenzentren. weiterlesen
Meldung vom 30.06.2022
Ausbildung unter erschwerten Bedingungen: Die Lucy-Romberg-Pflegeschulen und die Pandemie weiterlesen
Meldung vom 24.06.2022
Berlin, den 24.06.2022. Der Rat der europäischen Union hat in den letzten Wochen mehrere Gesetzesvorhaben im Bereich Asyl und Migration angenommen. Der AWO Bundesverband hatte diesen Prozess kritisch begleitet. Am 22.06.2022 einigten sich die Mitgliedstaaten nun zuletzt zur sog. Screening-Verordnung. weiterlesen
Meldung vom 23.06.2022
Die Krankenkassen in NRW fordern, den Anteil der Zeitarbeitskräfte in der Pflege mit einer Quote zu deckeln. Bei der AWO NRW, die insgesamt rund 130 Einrichtungen der Stationären Pflege betreibt, stoßen die Kassen damit auf große Zustimmung. weiterlesen
Meldung vom 09.06.2022
Zwischen Pflege und Parkplatzsuche – auf Tour mit dem ambulanten Dienst weiterlesen
Meldung vom 02.06.2022
Autonom im Alter: Die Tagespflege im Eugen-Krautscheid-Haus Im Eugen-Krautscheid-Haus wird den Menschen dabei geholfen, eigenverantwortlich zu leben und mobil zu bleiben. weiterlesen
Meldung vom 01.06.2022
Wer im Ruhrgebiet mit der Bahn fährt, hat wahrscheinlich kein Auto und sowieso Pech gehabt. Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ist jede Fahrt ein Abenteuer und die Ankunftszeit so ungewiss wie der Inhalt einer Wundertüte. weiterlesen
Meldung vom 01.06.2022
Gestern hat sich der deutsche Diversitäts-Tag zum 10. Mal gejährt. Der Bezirksverband Westliches Westfalen hat das Jubiläum zum Anlass genommen, um zu feiern. weiterlesen