Erfahrung mit Armut? Jetzt mitreden!

02.05.2023

Köln. Sichtbar werden und in den Austausch mit Politik kommen: Die Freie Wohlfahrtspflege NRW lädt ein zum Treffen von Menschen mit Armutserfahrung am 2. August 2023 in Köln. Das mittlerweile sechste Treffen wird zusammen mit Armutsbetroffenen als Expert*innen in eigener Sache geplant und durchgeführt. Kosten wie Anreise und Verpflegung trägt die Freie Wohlfahrtspflege NRW. „Wir laden Sie und Euch zur Diskussion und zum politischen Mitmischen ein, damit die Erfahrungen mit Armut und deren Auswirkungen deutlich sichtbar werden“, so Dr. Frank Hensel, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Armut und Sozialberichterstattung der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Nach der Landtagswahl in NRW 2022 hatten Menschen mit Armutserfahrung ihre Forderungen zum Koalitionsvertrag benannt und um Gespräche mit den Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gebeten – mit Erfolg! Alle Fraktionen nahmen das Gesprächsangebot an und gehen derzeit mit einer siebenköpfigen Gruppe ins Gespräch. Mit dabei war auch schon NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann.

Das Jobcenter und andere Behörden nicht erreichbar? Der Verweis auf Tafeln und Lebensmittelausgaben als Lösung für finanzielle Probleme mit Miete und Energiekosten? Die langen Bearbeitungszeiten für Anträge und die Verweise auf andere Behörden, die Zuzahlung für Medikamente, die Nichtbezahlbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Bestattungen? „Die Schilderungen der Menschen mit Armutserfahrung ließen die Politiker*innen aufhorchen und teilweise ungläubig nachfragen, ob das denn so sein könne. Oft wurde vermutet, dass es sich wohl eher nur um Einzelfälle handeln könne“, so Hensel. „Das zeigt deutlich, wie wichtig solche politischen Gespräche sind und dass sie häufiger stattfinden müssen, damit die Auswirkungen von Armut klar und Lösungen gefunden werden. Dazu gehört auch die Idee der Weiterentwicklung von Plattformen zum Mitmischen auf kommunaler Ebene.“

Am 2. August 2023 findet das nächste NRW-weite Treffen statt, hier sollen unter anderem von den Erfahrungen aus dem Dialog mit der Politik berichtet und weitere Austauschformate diskutiert werden. Darüber hinaus wird an neuen und alten Themen wie der Umsetzung des Bürgergeldes oder der Erreichbarkeit von Jobcenter, Wohnungsamt und anderer Behörden weitergearbeitet. „Wir freuen uns über viele neue Gesichter, alle Infos zur kostenlosen Anmeldung und dem Programm gibt es auf der Internetseite der Freien Wohlfahrtspflege NRW oder telefonisch bei uns in der Koordination“, so die Geschäftsführerin des Arbeitsausschusses Michaela Hofmann. „Schnell anmelden, hier können alle mitreden und mitgestalten!“

In Kürze: Das 6. Treffen von Menschen mit Armutserfahrung

Hintergrundinfo: Die Freie Wohlfahrtspflege in NRW

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW haben sich die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonischen Werke und die Jüdischen Gemeinden mit ihren 16 Spitzenverbänden zusammengeschlossen. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit. Mit ihren Einrichtungen und Diensten bietet sie eine flächendeckende Infrastruktur der Unterstützung für alle, vor allem aber für benachteiligte und hilfebedürftige Menschen an. Ziel der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege NRW ist die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen und die Sicherung bestehender Angebote.
www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de

Weitere Nachrichten

Meldung vom 04.04.2024
Auf den Dächern der Seniorenzentren des AWO Bezirksverbandes Westliches Westfalen soll vermehrt umweltfreundlicher Strom produziert und verbraucht werden. weiterlesen
Meldung vom 04.04.2024
Der AWO Bezirksverband Westliches Westfalen begleitet Kinder, Jugendliche und Familien in allen Lebensphasen. weiterlesen
Meldung vom 01.04.2024
Und täglich salutiert das Murmeltier: Seit in Deutschland über die eigene Aufrüstung diskutiert wird, steht auch die Wehrpflicht wieder auf der Tagesordnung. weiterlesen
Meldung vom 26.03.2024
Politiker*innen, Menschen aus den AWO-Seniorenzentren und Vertreter*innen des Bezirksverbandes Westliches Westfalen haben gemeinsam gegen rechts protestiert. Vor dem Landtag in Düsseldorf bildeten sie eine Menschenkette. weiterlesen
Meldung vom 26.03.2024
Am Internationalen Tag gegen Rassismus haben sich sie AWO-Seniorenzentren einiges einfallen lassen, um zu protestieren. weiterlesen
Meldung vom 19.03.2024
Am Tag gegen Rassismus (21. März) setzen AWO-Seniorenzentren und Pflegeschulen mit Politiker*innen ein Zeichen gegen rechts weiterlesen
Meldung vom 15.03.2024
AWO NRW fordert gesetzliche Mindeststandards für die OGS von der Landesregierung. weiterlesen
Meldung vom 01.03.2024
Die Mehrheit zieht zu Tausenden durch die Städte, um gegen die Deportations-Fantasien der faschistischen Flachdenker zu protestieren. weiterlesen
Meldung vom 01.03.2024
AWO Bezirk Westliches Westfalen startet ins Veranstaltungsjahre „WANTED: Fachkräfte“ weiterlesen
Meldung vom 13.02.2024
Am 7. Februar fand die Fachtagung der AWO NRW zum Thema Kinder- und Jugendschutz unter dem Motto „Nachhaltige und partizipative Konzepte in der Kinder- und Jugendarbeit - Nur gemeinsam gelingt es!" statt. weiterlesen