AWO NRW fordert Abschaffung des § 219a

25.04.2018

Paragraf erschwert Schwangeren den Zugang zu Ärzten und Informationen

Die AWO NRW schließt sich einer bundesweiten Forderung von Sozialverbänden an, den § 219a StGB abzuschaffen. „Frauen haben ein Recht auf Selbstbestimmung. Dazu gehören neben dem Informationsrecht auch das Recht auf freie Arzt-Wahl“, so Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer von AWO NRW. Der Paragraf 219a schränkt diese Rechte wesentlich ein: Er stellt nicht nur „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe. Er erschwert Schwangeren den freien Zugang zu sachlichen Informationen über die konkreten Möglichkeiten eines Abbruchs.

Ärzte stoßen zudem auf eine widersprüchliche Rechtslage: Sie dürfen zwar unter bestimmten Voraussetzungen Schwangerschaftsabbrüche straffrei vornehmen, sind aber nicht berechtigt, öffentlich darüber zu informieren. „Dass Werbung für eine straffreie Handlung kriminalisiert wird, ist nicht nachvollziehbar“, so Hildebrandt.

Die Auseinandersetzung um den Paragrafen hat sich an der Verurteilung einer Frauenärztin durch das Amtsgerichts Gießen Ende 2017 entzündet. Sie hatte gegen den § 219 a des Strafgesetzes verstoßen. Dieser Paragraph verbietet Ärzten, Werbung für den Schwangerschaftsabbruch zu machen.

Das Bündnis, dem die AWO angehört, fordert umfassende Informationsfreiheit über Schwangerschaftsabbrüche und eine Aufhebung des § 219a. „Wir brauchen Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte!“, so Hildebrandt.

Allein 2016 haben in NRW rund 170.000 Frauen ein Kind zur Welt gebracht. Landesweit knapp 32.000 - und davon 4.555 Frauen in den 23 Schwangerschaftsberatungsstellen der AWO in NRW - haben bei der Entscheidung für oder gegen ein Kind Beratung in Anspruch genommen.

Weitere Nachrichten

Meldung vom 19.02.2020
Wer in der Nachkriegszeit Leid erfahren hat, kann über Betreuungsvereine Hilfe beantragen weiterlesen
Meldung vom 13.02.2020
Vom 09. bis zum 15. Februar 2020 findet bundesweit wieder die Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt. In Deutschland sind mehr als 2,6 Millionen Kinder von den Suchtproblemen ihrer Eltern oder Elternteile betroffen. weiterlesen
Meldung vom 10.02.2020
Die diesjährige Fachtagung bildet sowohl den Auftakt als auch die Klammer für den Prozess des Institutionellen Kinderschutzes, den die AWO Bezirk WW vorantreibt. weiterlesen
Meldung vom 07.02.2020
Fachtag in Bochum: Fachleute diskutieren, wie der Ausstieg aus der Armut gelingen kann weiterlesen
Meldung vom 07.02.2020
Am 27.01. besuchten Vertreterinnen und Vertreter der AWO aus ganz NRW die Ergebnispräsentation der Studie „Rahmenbedingungen bürgerschaftlichen Engagements bei der AWO“ von Dr. Matthias Freise. weiterlesen
Meldung vom 05.02.2020
„40 Jahre Anti-Gewalt-Arbeit - und kein Ende?!" war das Thema. Mit 120 Teilnehmerinnen eine gut besuchte Fachveranstaltung. weiterlesen
Meldung vom 04.02.2020
Mit über 8.900 Pflegeplätzen, 3.900 Pflegekräften und 20.000 Mitarbeitenden ist die AWO im Bezirk Westliches Westfalen laut Care Invest Magazin wieder einer der größten Anbieter im Bereich Pflege in Deutschland. weiterlesen
Meldung vom 04.02.2020
„Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. weiterlesen
Meldung vom 01.02.2020
Hits über Hits. Der Umweltsau-Song des WDR-Kinderchores dominiert momentan die politischen Charts. Dabei zeigt das provokative Lied vor allem eins: die Öffentlich-Rechtlichen bleiben unersetzlich. weiterlesen
Meldung vom 31.01.2020
Elf Erzieherinnen und Erzieher der AWO im Westlichen Westfalen haben erfolgreich an der Fortbildung „Interkulturelle Kompetenz im pädagogischen Alltag“ teilgenommen. weiterlesen